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VOCO Dental Challenge 2008

Preisträger kommen aus Rostock, Leipzig und Bonn

Die VOCO Dental Challenge überzeugte auch in diesem Jahr durch ein großes Teilnehmerfeld und ein breites Themenspektrum der zahnmedizinischen Forschung. Elf Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland stellten sich mit ihren jeweils 15-minütigen Präsentationen der Konkurrenz und dem Urteil der unabhängigen, hochkarätig besetzten Jury. Diese bestand aus Prof. Dr. Thorsten M. Auschill (Oberarzt an der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Freiburg), PD Dr. Till Dammaschke (Oberarzt an der Poliklinik für Zahnerhaltung, Universitätsklinikum Münster) und PD Dr. Marc Schmitter (Oberarzt an der Mund-, Zahn- und Kieferklinik/Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum Heidelberg).

Drei Preisträger aus Ost und West

Das Gremium der drei anspruchsvollen Juroren kürte Lena Schmitt (Universität Rostock, 1. Platz), Katharina Eggers (Universität Leipzig, 2. Platz) und Christian Beisel (Universität Bonn, 3. Platz) als Preisträger. Neben den wissenschaftlichen Achtungserfolg gesellen sich für die drei jungen Akademiker Preisgelder (3000 Euro für den ersten Platz, 2000 Euro für den zweiten Platz, 1000 Euro für den dritten Platz) und Publikationszuschüsse (je 2000 Euro) zur Unterstützung ihrer weiteren Arbeit. Das Fazit von Dr. Martin Danebrock, Leiter des wissenschaftlichen Service bei VOCO: „Es zeigte sich wieder einmal, dass die VOCO Dental Challenge als Forschungswettbewerb eine hohe Anziehungskraft hat und ein attraktives Forum für Nachwuchswissenschaftler ist. Beeindruckt haben sowohl die fachliche Qualität der Arbeiten als auch deren ebenso kompetente wie anschauliche Präsentation.“

Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

„Kreativ in der Forschung“, dieses Motto betrachtet VOCO als Unternehmensphilosophie. Dies zeigt sich nicht nur anhand intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit in engem Kontakt mit zahlreichen in- und ausländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, sondern auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit der seit 2003 jährlich ausgetragenen VOCO Dental Challenge bietet der Cuxhavener Dentalmaterialhersteller jungen Dentalwissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Forschungs- und Studienergebnisse in professionellem Rahmen und vor fachkundigem Publikum zu präsentieren. Gleichzeitig erlaubt die Veranstaltung einen Blick auf den aktuellen Forschungsstand und gibt Gelegenheit zum Gedankenaustausch auf hohem wissenschaftlichen Niveau.

Teilnahmebedingungen der VOCO Dental Challenge 2008

Teilnehmen konnten Studenten und Absolventen, die ihr Studium 2003 oder später beendet haben. Eine weitere Teilnahmevoraussetzung ist die Präsentation einer Studie, an der zumindest ein VOCO-Präparat beteiligt ist. Außerdem dürfen die Untersuchungsergebnisse noch nicht öffentlich präsentiert worden sein. Zu den Bewertungskriterien der Jury zählen neben einer wissenschaftlich überzeugenden Untersuchung und ihrem medizinischen Nutzen auch deren Darstellung und Präsentation. Zudem gibt eine kurze Fragerunde nach den einzelnen Vorträgen Aufschluss darüber, wie intensiv sich die Wettbewerbsteilnehmer mit ihrem jeweiligen Thema beschäftigt haben.

Forschungswettbewerb zur Förderung und Motivation

Die VOCO Dental Challenge hat sich in Fachkreisen längst als renommierter Forschungswettbewerb zur Förderung und Motivation des wissenschaftlichen Nachwuchses etabliert. Jury-Mitglied Auschill: „Nachwuchswissenschaftlern werden hier im zunächst kleinen und ausgewählten Kreis erste Schritte auf ihrem wissenschaftlichen Weg ermöglicht.“ Das sieht auch Juror Dammaschke so: „Veranstaltungen wie die VOCO Dental Challenge sind für junge Kollegen ein guter Einstieg in die Präsentation eigener wissenschaftlicher Arbeiten. Hier fällt es vielleicht einfacher, erstmals frei vor Publikum zu sprechen und Forschungsergebnisse zu präsentieren, als bei der Tagung einer wissenschaftlichen Gesellschaft.“ Und Jury-Mitglied Schmitter ergänzt: „Das Preisgeld und der Publikationszuschuss bieten die Möglichkeit, die Forschungsergebnisse auch auf internationalen Tagungen zu präsentieren.“

Große thematische Bandbreite auf hohem wissenschaftlichen Niveau

Die VOCO Dental Challenge 2008 lieferte eine große thematische Bandbreite, die über rein therapeutische Aspekte hinausging. Juror Dammaschke: „Es wurden Präsentationen zu ganz unterschiedlichen Themengebieten der Dentalforschung vorgestellt. Insgesamt erreichten die Vorträge das Niveau einer Fachtagung. Bei den guten wissenschaftlichen Leistungen, die es den Juroren schwer machten, sich auf nur drei Preisträger zu beschränken, sind besonders die Arbeiten der Preisträger hervorzuheben.“ Unisono konstatiert Jury-Mitglied Auschill: „Die starke Leistungsdichte der Wettbewerber machte es den Juroren schwer, die ersten drei Plätze zu vergeben. Neben den hochwissenschaftlichen Ergebnissen, welche auf jedem internationalen Kongress Anerkennung finden würden, zeichneten sich die Preisträger durch ein hohes Maß an Kompetenz in Ihrem jeweiligen Thema sowie eine sehr gute Diskussionskultur aus.“

Lena Schmitt und ihr Beitrag zur Grundlagenforschung

Lena Schmitt (28), Diplom-Ingenieurin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Biomedizinische Technik der Universität Rostock, belegte den ersten Platz. Mit ihrer in einer von Prof. Dr. Detlef Behrend geleiteten AG erstellten Arbeit zum Thema „Kennwertermittlung an dentalen Strukturen“ widmete sie sich einem wichtigen Aspekt der zahnmedizinischen Grundlagenforschung. Ausgangspunkt ihrer Untersuchung war, dass die Diskrepanz der mechanischen Eigenschaften von dentalen Rekonstruktionsmaterialien einerseits und des Zahnes als Zielgewebe andererseits eine der Hauptursachen für das Versagen dentaler Rekonstruktionen ist. Nur durch genaue Kenntnis der jeweiligen mechanischen Eigenschaften könne eine optimale Anpassung künstlicher Materialien an das natürliche Zahngewebe gelingen. Allerdings erschwere die Varianz von in der Literatur angegebenen Kennwerten sowohl bei den Methoden als auch bei den verwendeten Parametern zur Herstellung der Prüfkörper und bei der Durchführung der Verfahren einen Vergleich der jeweils angegebenen Werte.

Das Ziel ihrer Arbeit war daher die Entwicklung einer Präparationsmethode zur Herstellung von Prüfkörpern in ausreichend geometrischer Genauigkeit und eines Versuchsaufbaus, um Kennwerte von separierten Zahnkompartimenten im Druckversuch zu ermitteln. Zum Vergleich mit der natürlichen Zahnsubstanz wurde ein ausgewähltes dentales Füllungsmaterial (Komposit) einem Druckversuch mit denselben Versuchsparametern unterzogen. Es zeigte sich zum einen, dass sich die von Schmitt vorgestellte Methode als gut geeignet für die Präparation von Prüfkörpern aus humanen Zähnen und zur präziseren Simulation mechanischer Belastung erwies. Zum anderen ergaben sich in ihren Versuchen erhebliche Unterschiede in der Druckfestigkeit von dentalen Strukturen und Füllungsmaterial. Ein weiterer Beleg, dass bisherige Werte zur Druckfestigkeit aus der Literatur nicht unkritisch übernommen werden sollten.

Katharina Eggers und die kritische Bewertung von Adhäsivsystemen

Katharina Eggers (23), Studentin der Zahnmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, qualifizierte sich für den zweiten Platz. In ihrer zusammen mit H. Schneider und H. Jentsch durchgeführten Untersuchung zum Thema „In-vitro-Bewertung eines experimentellen All-in-one-Adhäsivs“ nahm sie eine vergleichende Bewertung von Microleakage und Zahn-Komposit-Interface bei einem experimentellen und einem eingeführten „Non-rinse“-Adhäsiv vom Typ „All-in-one“ und einem eingeführten „Etch-and-rinse“-Adhäsiv (Zweischrittsystem) vor. Dahinter stand die Frage, ob neuere „All-in-one“-Adhäsive den herkömmlichen „Etch-and-rinse“-Adhäsiven überlegen sind. Mittels qualitativ hochwertiger Rasterelektronenmikroskop-Bilder konnte Eggers nachweisen, dass das Interaktionsmuster an der Zahn-Komposit-Interface mit zunehmender Vereinfachung der Adhäsivapplikation unvollständiger und stärker defektbehaftet erschien.

Christian Beisel und die Karies-Diagnose unterhalb von Fissurenversiegelungen

Christian Beisel (27), Student der Zahnmedizin am Universitätsklinikum Bonn, war der dritte Preisträger der diesjährigen VOCO Dental Challenge. Das Thema seines mit Unterstützung von Dr. Andreas Braun erarbeiteten Vortrags lautete: „Laserfluoreszenzdiagnostik kariöser Läsionen unterhalb eines neuartigen Fissurenversiegelermaterials“. Ziel dieser Untersuchung war es, einen neuartigen, gefüllten Fissurenversiegeler auf die Möglichkeit der Fluoreszenzmessung kariöser Läsionen bei verschiedenen Schichtdicken des Versiegelermaterials zu überprüfen. Die von Beisel vorgenommenen Laserfluoreszenzmessungen in drei Versuchsgruppen mit jeweils unterschiedlichen Fissurenversiegelern zeigten, dass es die Verwendung eines experimentell gefüllten Versiegelermaterials erlaubt, Laserfluoreszenz selbst durch stärkere Schichten dieses Versiegelers auf Kunststoffbasis hindurch zu messen, als dies bei herkömmlichen Materialien möglich ist. Dies ermögliche eine Progredienzbestimmung initial kariöser Läsionen unterhalb vorhandener Fissurenversiegelungen und damit die frühzeitige zahnärztliche Intervention bei Kariesprogredienz. Die Diagnose von Fissurenkaries mittels Laserfluoreszenzmessung könnte sich so als wertvolle Hilfe in der täglichen Praxis erweisen.

Das Fazit der drei Preisträger

Die drei Preisträger der VOCO Dental Challenge 2008 waren ebenso erfreut über die Prämierung ihrer Arbeiten wie angetan von der gesamten Veranstaltung. Lena Schmitt (Uni Rostock): „Die Firma VOCO war mir bekannt durch ihre Zusammenarbeit mit der Universität Rostock und dem Fraunhofer Institut für Silicatforschung in Würzburg im Rahmen eines BMBF-Projekts. Dadurch bin ich auch auf diesen Wettbewerb aufmerksam geworden. Gerade für junge Wissenschaftler ist das ein wichtiger Anreiz und eine Bestärkung für die weitere Arbeit im Forschungsbereich.“ Katharina Eggers (Uni Leipzig): „Es war eine sehr gut organisierte Veranstaltung, die zudem mit einem sehr schönen Rahmenprogramm versehen war. Auch mit Blick auf meine Mitstreiter muss ich sagen, dass die Beiträge sowohl auf hohem Niveau als auch gut verständlich waren.“ Und Christian Beisel (Uni Bonn): „Eine sehr professionell organisierte Veranstaltung und vom Niveau der Beiträge her weit höher als ich es erwartet hatte. Gerade für Nachwuchswissenschaftler, die ihre ersten Gehversuche machen, ein Forum, wo man nicht nur Eindrücke sammeln, sondern auch Kontakte knüpfen und sich für den späteren wissenschaftlichen Werdegang profilieren kann. Sollte mich jemand fragen, ob es sich lohne, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, würde ich beide Daumen hoch halten.“

Anna-Louisa Holzner und das ART-Projekt in Gambia

Für die übrigen Teilnehmer galt denn auch das olympische Motto im besonderen Wortsinn, zählten sie doch zum Kreis der Auserwählten, die sich für die VOCO Dental Challenge qualifiziert hatten. Dazu gehörte in diesem Jahr auch Anna-Louisa Holzner (23) von der Universität Witten-Herdecke, die mit ihrem Thema mehr als nur einen Hauch von Exotik in die Veranstaltung einbrachte. Sie referierte zum „Erfolg von Wurzelkanalbehandlungen unter subtropischen Bedingungen in Gambia“ und damit zum Problem der zahnärztlichen Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung dieses westafrikanischen Staates.

Im Rahmen eines von VOCO unterstützten ART-Projekts (Atraumatic Restaurative Treatment) wird in Gambia medizinisches Hilfspersonal (Community Oral Health Workers, COHW) in einem speziell auf die örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten abgestimmten Trainingsprogramm von Dozenten der Uni Witten-Herdecke für den landesweiten Einsatz ausgebildet. Schwerpunkte hierbei sind Maßnahmen gegen Kariesprogression und die Entwicklung zahnerhaltender Alternativen zur dort bisher üblichen Notfallbehandlung der Zahnextraktion. Neben der Ausbildung von COHWs hat sich zunehmend auch die ausführliche wissenschaftliche Begleitung der zahnmedizinischen Arbeit vor Ort zu einer der Kernaufgaben des ART-Projekts entwickelt.

Holzner arbeitete als Teil einer Forschungsgruppe an der Entwicklung und Untersuchung einer einfachen Wurzelkanalbehandlung (Basic Endodontic Treatment, BET), welche als zahnerhaltende Maßnahme in das Ausbildungsprogramm der COHWs integriert werden soll und damit das Spektrum einfacher zahnärztlicher Restaurationen nach der ART-Methode um ein zusätzliches Modul erweitert. In der Nachkontrolle, so stellte Holzner fest, erwies sich dieses endodontische Verfahren in Kombination mit dem ART als erfolgversprechende Therapie-Alternative und Möglichkeit des Zahnerhalts bei fortgeschrittener Kariesprogression bei Patienten in Regionen mit schwacher medizinischer Infrastruktur.

Die weiteren Teilnehmer und ihre Themen

  • Anne Wenzel (Charité Berlin):
    „Einfluss initialer Schmelzkaries auf den Schmelz-Komposit-Haftverbund unter Anwendung von selbst- und nicht-selbstätzenden Adhäsiven“
  • Anja Rother (Universität Halle-Wittenberg):
    „Der Einfluss unterschiedlicher Dentinbereiche und endodontischer Spüllösungen auf die Mikro-Zugfestigkeit eines neuen selbstkonditionierenden Zements in vitro“
  • Nadja Simkowski (Universität Erlangen):
    „Marginale Füllungsrandqualität in Klasse V-Kavitäten unter Verwendung eines vorgewärmten Komposits in Kombination mit einem Total-Etch- bzw. einem Self-Etch-Adhäsivsystem“
  • Dr. Yuriy Malyk (Universität München):
    „A con-focal laser scanning microscope investigation of dental adhesives bonded to root canal dentine“
  • Christian Andres Schneider (Universität Kiel):
    „Der Einfluss verschiedener Kavitätendesinfektionsmittel auf die marginale und interne Adaption in Abhängigkeit vom verwendeten Adhäsivsystem“
  • Maik Wagner (Universität Jena):
    „Der kariesvorbeugende Effekt von Bifluorid 12 und seinen Fluoridkomponenten an den ersten bleibenden Molaren“
  • Florian Häusler (Fachhochschule Osnabrück):
    „Eigenschaftsoptimierung eines monomerfreien chemisch härtenden ORMOCER-Basisharzes für dentale Restaurationen“.

Presse-Ansprechpartner:
Dr. Olaf Krems, VOCO GmbH – Public Relations
Fon: (04721) 719-187, Mail: o.krems@voco.de